Geschichte  
     
  Geschichte Emskirchens in Stichworten:  
  ca.
8.
Jh.
Die Gründung von Emskirchen ist wesentlich früher anzusetzen, als die erste urkundliche Erwähnung. Vermutlich zur Zeit der Landnahme durch die Franken am Ende des 8. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Menschen an.

Grund war die besondere Lage des Ortes. In Emskirchen gab es eine Furt über die Aurach. Das Aurachtal war ansonsten sehr sumpfig und konnte nicht so einfach durchquert werden. Von dieser Furt aus mußte man mit den Pferdegespannen dann die (alte) Steige hochfahren. Dazu waren wegen der Steilheit des Weges zusätzliche Tiere nötig.

Sehr früh wurde auch eine erste Kirche gebaut - die Kirche des "Embicho" (vermutlich eine einfache, kleine Holzkirche). Für die frühe Entstehung der Kirche spricht sowohl der Name des Patrons "St. Kilian", als auch die Funktion als Mutterkirche für die weitere Umgebung. Bauern, Handwerker und Händler ließen sich um die Kirche herum nieder. Schon bald war Emskirchen der wichtigste Ort im oberen Aurachtal.

 
  1130 Im Jahr 1130 taucht der Name "Embichiskirchen" (für Emskirchen?) erstmals auf: Pilunc von Embichiskirchen schenkt dem Kloster Michelsberg (Bamberg) 9 Güter.  
  1156 Die erste sichere urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1156: Bischof Gebhardt von Würzburg übereignete die Güter der Pfarrei Emskirchen auf dem Tauschweg dem Abt und Konvent des Klosters Münchaurach.
Die Pfarrei war kirchlich schon bedeutend, da ein ausgedehnter Filialbezirk dazugehörte.
Die weltlichen Obligenheiten blieben aber dem Nürnberger Burggrafen vorbehalten.
 
  1158 Am 28. Januar 1158 übernahm Kaiser Friedrich Barbarossa persönlich den weltlichen Schutz über das Kloster Münchaurach und damit auch über Emskirchen. Der Nürnberger Burggraf war für den Schutz verantwortlich.  
  1374 Emskirchen wurde verpflichtet, den Kaufmannszügen zum Schutz gegen die zunehmenden Raubritterüberfälle Geleit zu geben. Der Vogt und der Oberforstmeister waren für die Strecke von Emskirchen bis Fürth zuständig. Somit wurde Emskirchen zur wichtigen Station auf dem Weg zum Handelsplatz Frankfurt.  
  1379 Ein Ablaßbrief nennt St. Kilian als Patron der (heute evangelischen) Kirche.  
  1385 Zwischen 1385 und 1388 wurden Emskirchen die Marktrechte verliehen. Leider ist unbekannt, wann genau und durch wen die Ernennung erfolgt ist.  
  1388 Der Nürnberger Burggraf - dem Emskirchen gehörte - und die freie Reichsstadt Nürnberg lagen im Krieg miteinander. Die Landbevölkerung hatte unter den Brandschatzungen und Morden schwer zu leiden. Erst 1389, als der allgemeine Landfrieden von Eger beschlossen wurde, nahm diese Not ein Ende.  
  1450 Das Jahr 1450 war das brutalste in der Emskirchner Geschichte. Ohne eigenes Verschulden geriet Emskirchen gemeinsam mit vielen anderen fränkischen Orten zwischen die Fronten: Der Markgraf von Ansbach, Albrecht Achilles, war ein sehr ehrgeiziger und machthungriger Mann, wollte den wachsenden Einfluß der Reichsstadt Nürnberg eindämmen. Gegenseitige Raubzüge waren die Folge.

Am 20. Mai 1450, am Mittwoch vor dem Pfingstfest, zogen schwerbewaffnete Nürnberger Söldner gegen Emskirchen. Die Emskirchner, die sich in der von Kornhäusern burgartig umgebenen Kirche verschanzt und wehrten sich verzweifelt mit den geringen, ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Den kampferfahrenen Söldnern waren sie aber nicht gewachsen. Diese waren jedoch wegen der erlittenen eigenen Verluste so erbost, daß sie nach Einnahme der Kirchenmauer alles niedermetzelten, was sie antrafen: Männer, Frauen, Kinder und das Vieh.
Da sie den in den Kirchturm geflohenen Bauern nichts anhaben konnten, ließen Sie Stroh in die Kirche und in den unteren Teil des Kirchturms bringen und räucherten die Menschen aus. Dabei brannte die Kirche völlig aus.
Die Häuser des Marktes wurden angezündet und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Alles, was die Nürnberger nicht mitnahmen, wurde zerstört.

Es muß für die Überlebenden, die in die Wälder geflohen waren, die Hölle gewesen sein, als sie nach dem Abzug der Nürnberger in den Ort zurückkamen. Deshalb heißt bis heute das Gässchen hinter der Kirche "Höllgasse".

 
  1520 Etwa um 1530 wurde im Markt die Reformation durchgeführt. Friedrich Wildener, ein Schüler Luthers, war der erste evangelische Emskirchner Pfarrer. Wappen der Posthalterei - Bei Klick: Vergrößerung in einem neuen Fenster!
Das Wappen der
Posthalterei
 
  1623 Emskirchen wurde Poststation.
Anfangs gab es nur eine Pferdewechselstation.
Gasthof Goldener Hirsch - Bei Klick: Vergrößerung in einem neuen Fenster!
Bald aber entwickelte sich der Gasthof "Goldener Hirsch" zur Posthalterei.
 
  1618
bis
1648
Der 30-jährige Krieg (1618-1648) kostete vielen Menschen in und um Emskirchen das Leben. Immer wieder plünderten abwechselnd Kroaten, Schweden und kaiserliche Söldnerheere den Ort.  
    1632 wurden alle Häuser, die von den vorhergehenden Raubzügen noch verschont geblieben waren, geplündert, angezündet und zerstört. Von ehemals 68 Haushalten in Emskirchen blieben nur noch 19 übrig. Die Felder waren verwildert und weder Nahrung, noch Saatgut war vorhanden. Hunger und Seuchen rafften die Menschen dahin. Nur langsam konnte sich Emskirchen von dieser Not erholen.

Glaubensflüchtlinge aus Österreich, der Schweiz und Frankreich konnten auf den verwaisten Hofstätten eine neue Heimat finden.
Hugenotten (wegen ihres evangelischen Glaubens aus Frankreich Vertriebene) fanden ihre neue Heimat vor allem im Albachtal, in Flugshof und in Altschauerberg.
In dieser Zeit wurde die heutige Auferstehungskirche (Friedhofskirche) gebaut.

Damals war der Hopfenanbau in Emskirchen eine Einnahmequelle. Im Gefolge gab es zahlreiche Brauereien.

 
  1801
Am Kirchweihsonntag des Jahres 1801 wurde der Herkulesbrunnen eingeweiht, den eine Statue des Herkules ziert.
Er ist eine Erwerbung aus Baiersdorf bei Erlangen. Für ca. 50 Gulden wurde der Brunnen erworben, nachdem der alte Holztrog zusammengebrochen war.
Herkulesbrunnen an Ostern - Bei Klick: Vergrößerung in einem neuen Fenster!
Bis in die 50er Jahre stand der Herkulesbrunnen auf dem Marktplatz. Wegen des zunehmenden Verkehrs wurde er dann an den Platz neben dem alten Rathaus neu aufgebaut.
 
  1865 Im Jahr 1865 wurde Emskirchen Bahnstation an der Hauptverkehrslinie Nürnberg - Frankfurt. Die Bahnanbindung förderte die weitere gewerbliche Entwicklung.  
   
Erste Bahnbrücke - Bei Klick: Vergrößerung in einem neuen Fenster! Erste Bahnbrücke - Bei Klick: Vergrößerung in einem neuen Fenster!
Die erste Bahnbrücke Die spätere Bahnbrücke
 
  1927 Nach etlichen vergeblichen Anläufen erhielt der Ort im Jahr 1927 eine eigene Wasserleitung.  
  1945 Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich der Markt Emskirchen rasant zu einem Mittelzentrum.
Durch die Ansiedlung zahlreicher Flüchtlinge wurde diese Entwicklung gefördert. Sie konnten sich mit ihren erlernten Berufen (Musikinstrumentengewerbe und Feinmechanik) in Emskirchen eine neue Heimat schaffen.
Viele Häuser und Wohnungen wurden gebaut.
 
  1958 Die Flüchtlinge waren überwiegend katholisch. Eine katholische Filialkirche der Pfarrei Neustadt a. d. Aisch wurde gegründet. Der Neubau der kath. Kirche wurde am 8. Juni 1958 eingeweiht.  
  1972 Die Gebietsreform brachte Emskirchen noch einmal eine sprunghafte Entwicklung. Viele Gemeinden wurden zusammengeschlossen.

28 Ortsteile und Weiler bilden seitdem zusammen mit dem Hauptort die Gemeinde Markt Emskirchen:
Borbath, Bottenbach, Brunn, Buchklingen, Dürrnbuch, Eckenberg, Elgersdorf, Fallmeisterei, Finkenmühle, Flugshof, Grieshof, Gunzendorf, Hohholz, Leitsmühle, Kaltenneuses, Mausdorf, Neidhardswinden, Neu- und Altschauerberg, Oberniederndorf, Pirkach, Plankstatt, Prackenhof, Rennhofen, Riedelhof, Schneemühle, Sixtmühle, Tanzenhaid, Weihermühle und Wulkersdorf.

Zeitgleich wurde die Verwaltungsgemeinschaft und der Schulverband gegründet.
Dazu gehören die Gemeinden Emskirchen, Hagenbüchach und Wilhelmsdorf.

 
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Sie sehen ein altes Foto des Ortes Riedelhof. Das Türmchen ist ca. 1935 eingefallen und nicht wieder aufgebaut worden. In dem Türmchen hing eine Glocke, die z. B. zu den Mahlzeiten geläutet wurde.

 
  1990 wurde eine Städtepartnerschaft mit dem südfranzösischen Ort Roquebillière geschlossen.  
  1992 Neubau der Hauptschule im Gewerbegebiet Nord mit großem Sportgelände.
Es ist mit einem großen Fußballplatz und einer 400 m - Bahn und weiteren Übungs- und Spielflächen ausgestattet.
 
  1995 Bau einer neuen Kläranlage  
  1996 Die Gemeinde gründet das erste Kommunalunternehmen im Freistaat Bayern, die "Gemeindewerke Emskirchen".
Im Mai wurde die neue Umgehungsstraße (B8) eröffnet. Damit wurde der Ort Emskirchen vom Durchgangsverkehr entlastet.
 
   
  2001 Die große Dreifach-Turnhalle neben dem TSV-"Waldstadion" ist in Betrieb.  

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